Im Sommer Grippe?

11. Juni 2006

Im Sommer erkältet? Wo gibt es denn so etwas! Aber jeder von uns kann wohl ein Lied davon singen, wie unangenehm eine so genannte Sommergrippe ist ...

Im Sommer Grippe? Beugen Sie vor und bleiben Sie fit!

Im Sommer erkältet? Wo gibt es denn so etwas! Aber jeder von uns kann wohl ein Lied davon singen, wie unangenehm eine so genannte Sommergrippe ist. Das Wort ist eigentlich irreführend. Eine Sommergrippe an sich gibt es nicht. Grippe bedeutet im Volksmund soviel wie Erkältung. Und die kann man sich durchaus im Sommer auch zu warmen und heißen Zeiten holen.

Wir wundern uns, im Sommer eine Erkältung einzufangen. Doch so schwierig ist das nicht! Wir radeln mit Schweiß auf der Stirn und auf dem Rücken im frischen Wind abends zum Biergarten, nachts schläft man ohne Decke und Laken, weil es ja so heiß ist, im Schwimmbad läuft man stundenlang mit dem nassen Badeanzug herum, wir empfinden Ventilatoren und Klimaanlagen für eine Wohltat, verkennen aber die Gefahren für eine Erkältung. Dies sind nur einige Beispiele, wie man sich im Sommer erkälten kann.

An warmen Tagen sondert der Körper übermäßig Schweiß ab. Das ist ein natürliches Phänomen, welches für den Wärmehaushalt wichtig ist. Die Flüssigkeit verdampft auf der Haut und kühlt dabei die Haut. Wird dabei aber die Bekleidung feucht, so erkaltet die Haut bei der Verdunstung noch stärker, was zunächst als Wohltat empfunden wird. Aber nach einiger Zeit, insbesondere dann, wenn man auch noch beim Radfahren oder im offenen Cabrio die Freizeit genießt, wird es zu kalt, unbemerkt setzt sich damit ein Prozess in Gang, der das Immunsystem schwächt. Viren haben eine gute Chance, Schnupfen und Heiserkeit hervorzurufen.

Eine andere Art Erkältung stellt die Blasenentzündung dar, die oft im Sommer Frauen befällt. Nasse Kleidung, kalte Füße, die über Steinböden laufen, fördern eine Blasenentzündung. Insbesondere, wenn Frauen öfter mit einer solchen Erkrankung zu tun haben, sollten sie nasse Badeanzüge wechseln und das Barfußlaufen auf Steinböden vermeiden.

Weitere Auslöser sind Ventilatoren und Klimaanlagen. Wie schön ist die kalte Luft, die von einer Klimaanlage ausströmt! Doch wir vergessen, dass zunächst einmal die Luft ausgetrocknet wird. Das reizt alleine schon die Schleimhäute, sie trocknen aus und bilden ein ideales Nährmedium für Krankheitserreger. Häufiger Wechsel zwischen kalten und warmen Räumen fördert dann noch die Gefahr einer Erkältung.

Eine “Sommergrippe” ist unangenehm. Erkältungen in heißer Umgebung kann man nicht mit den üblichen Mitteln wie Schwitzen und heißes Erkältungsbad bekämpfen – es ist ja schon so warm. Außerdem fühlt sich der Organismus in der heißen Sommerzeit sowieso bei einer Infektion schwächer. Fieber ist dann sehr unangenehm.

Als erstes sollte man sich in einen abgedunkelten Raum im Innern eines Hauses begeben und leicht bekleidet und mit einem Bettlaken zugedeckt, das Bett hüten. Ruhe ist nun die erste Pflicht. Kühle Getränke, aber nicht aus dem Kühlschrank, bessern das Wohlbefinden. Tees, wie Pfefferminztee oder Früchtetee, die man nach dem Aufbrühen hat abkühlen lassen, leicht gesüßt, bekommen dann am besten.

Wer es aushält, sollte ruhig einen Fliedertee oder Holundertee warm trinken, das anschließende Schwitzbad ist zwar anstrengend, aber sehr effektiv bei der Bekämpfung einer Erkältung.

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