Auf Nummer sicher – die wichtigsten Impfungen

09. August 2006

Wer fühlt sich da noch sicher und wohl? Ebola in Afrika, Cholera in Südamerika, Pest in Indien, ja sogar in Arizona! Viren schlagen zu, verbreiten sich unvorhersehbar, schnell und gefährlich ...

Auf Nummer sicher – die wichtigsten Impfungen

Wer fühlt sich da noch sicher und wohl? Ebola in Afrika, Cholera in Südamerika, Pest in Indien, ja sogar in Arizona! Viren schlagen zu, verbreiten sich unvorhersehbar, schnell und gefährlich. Viele „alte“ und auch neue Infektionskrankheiten erscheinen, bedrohen auch unsere zivilisierte Welt. Man denke nur an die Diphtherie, die nicht in den Entwicklungsländern, sondern in den neuen Staaten der früheren Sowjetunion und auch in Polen ihre Opfer suchte. Balkanstaaten mit Polio-Epidemien, Frühsommer-Encephalitis sucht sogar Wanderer im Bayerischen Wald heim. Experten vermuten, dass die Kinderlähmung (Polio), die in Deutschland nahezu ausgerottet ist, irgendwann wieder zuschlagen wird. Diphtherie wird auch wieder bei uns registriert. Und neuerdings die Angst vor der Vogelgrippe, zu der es bisher noch keine Impfung gibt!

Wie kommt es zu den gefährlichen Entwicklungen, wie kommt es, dass auch bei uns sich diese schweren Infektionen wieder auszubreiten beginnen? Verschiedene Gründe sind hier anzuführen:

  • Exotische, bei uns unbekannte oder bei uns als harmlose Variante zu findende Viren kommen durch den verstärkten Tourismus zu uns. Das schnelle Reisen mit dem Flugzeug lässt Viren die Reise überstehen, sie können hier bei uns zuschlagen.
  • Unser Immunsystem ist durch zahlreiche Behandlungen mit Antibiotika nicht mehr resistent gegen Erreger, die ein Organismus eigentlich abfangen könnte.
  • Impfmüdigkeit setzt dann noch einen drauf! Nur noch bei Fernreisen lässt man sich impfen – wenn überhaupt!


Dabei sollte man immer auf Nummer sicher gehen und die Impfungen auffrischen, die wichtig sind. Tetanus zum Beispiel wird oft vergessen. Dabei lauert diese Gefahr in jedem Schmutz. Verletzt man sich und fällt mit der Wunde auf die Straße, so besteht schon die Gefahr, einen Wundstarrkrampf zu bekommen. Die Tetanusbakterien lauern überall! Und die Infektion endet oft tödlich! So sollte man alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung durchführen.

Auch Diphtherie kann man in Deutschland bekommen. Die bakterielle Infektion befällt die Schleimhäute und durch die Giftstoffe, welche die Bakterien ausscheiden, die inneren Organe. Oft endet die Erkrankung mit dem Tod. Dabei sollte man auch hier wie bei der Tetanus-Impfung alle zehn Jahre auffrischen.

Polio, die Kinderlähmung, ist eine der heimtückischsten Infektionen. Die Nerven und Muskeln werden befallen, verkrüppelt überleben viele die Erkrankung und werden lebenslang zum Pflegefall. Dabei ist auch hier nicht nur für die Kinder eine Impfung wichtig. Kinder werden ja im Rahmen der Untersuchungen beim Kinderarzt regelmäßig geimpft. Erst mit dem Älterwerden, schon beim Jugendlichen, gerät das Impfen in Vergessenheit. Polio wurde vor vier Jahren als Schluckimpfung verabreicht. Die ständige Impfkommission der Länder hat aber dann festgestellt, daß es bei der Schluckimpfung durch das Ausscheiden des Erregers relativ häufig zu Infektionen kommt und Nichtgeimpfte, die eng mit dem Impfling zusammen leben, an Polio erkrankten, wenn sie nicht selber geimpft waren. So wird seit 1998 bindend empfohlen, Polio-Impfungen als Injektion vorzunehmen. Auch hier sollte der Erwachsene alle zehn Jahre eine Auffrisch-Impfung vornehmen.

Es gibt aber noch andere Infektionen, vor denen man sich durch eine Impfung schützen kann. Jedes Jahr wird die Grippeimpfung propagiert. Viele Menschen, insbesondere ältere und solche, die viel mit anderen Menschen in engen Kontakt treten, sind vor einer Infektion mit dem Grippevirus gefährdet. Grippe im volkstümlichen Sinne bedeutet meist nur einen grippalen Infekt, der durch relativ harmlose Viren und Bakterien Husten, Schnupfen, Fieber auslösen. Die Virusgrippe indes ist eine gefährliche Infektionskrankheit, die Herz und andere innere Organe angreifen und bei schwachen und kranken Menschen zum Tode führen kann. Durch eine Impfung, die jedes Jahr zu erfolgen hat, da der Impfstoff immer den neuen Viren-Eigenschaften angepasst wird, kann man sich davor schützen.

Ältere Menschen sollten sich auch gegen eine Infektion durch Pneumokokken impfen lassen. Vielfach erkranken immunschwache und ältere Patienten an einer durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündung. Die mit vielen Komplikationen einhergehende Erkrankung zehrt derart an den Kräften, dass nicht selten diese Infektion mit dem Tod endet. Eine Impfung gegen Pneumokokken kann da Leben retten.

Eine weitere Impfung sollte derjenige vornehmen lassen, der sich in Waldgebieten auf Wanderschaft begibt. Die FSME, die Frühsommer-Meningo-Encephalitis wird von Zecken übertragen. Die infizierte Zecke überträgt den Virus beim Biss. Die Erkrankung ist gefährlich und kann zu lebenslangen Spätschäden führen. Eine Impfung sollte dann erfolgen, wenn man sich in mittel- und osteuropäische Wälder begibt. Die Gefahrengebiete kann man in der Apotheke erfahren. Man sollte aber auch wissen, daß die zweite Erregerart, die von der Zecke übertragen wird, nicht durch eine Impfung abgedeckt wird: Die Lyme-Borreliose, eine bakterielle Infektion, kann nur beim Auftreten durch Antibiotika behandelt werden.

Neben diesen Impfungen sollte auch die Mumps-, die Masern- und die Röteln-Impfung nicht vergessen werden. Durch Röteln zum Beispiel kann im Falle einer Infektion während der Schwangerschaft das Ungeborene schwer geschädigt werden. Auch Mumps kann bei Kindern und Erwachsenen zu bleibenden Schäden führen.

Vielfach wird als Argument gegen das Impfung die Gefahr von Nebenwirkungen aufgeführt. Fachleute sprechen nur von minimalen Nebenwirkungen. Im Vergleich zu den Auswirkungen, die eine Infektion hat, ist das Auftreten von Nebenwirkungen praktisch zu vernachlässigen. Man sollte bedenken, dass nach Auskunft des Bundesgesundheitsamtes in den letzten zwanzig Jahren noch nicht einmal insgesamt tausend Erkrankungen registriert wurden die von Impfungen herrührten.

Daher sollte man sich auf jeden Fall regelmäßig gegen die wichtigsten Erreger impfen lassen. Die Apotheken und die Ärzte geben bereitwillig Auskunft über einen Impfplan, die Kosten werden bei Grund- und Auffrisch-Impfungen von der Krankenkasse übernommen. Die Reise-Impfungen muss man dagegen selbst bezahlen.

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