Alles über Heuschnupfen
Der Heuschnupfen gehört zu den allergischen Erkrankungen. Unter Allergie versteht man die fehlgesteuerte, überschießende Reaktion des Körpers, genauer gesagt der körpereigenen Abwehr, auf bestimmte auslösende Stoffe, die man Allergene nennt ...
Was ist Heuschnupfen?
Der Heuschnupfen gehört zu den allergischen Erkrankungen. Unter Allergie versteht man die fehlgesteuerte, überschießende Reaktion des Körpers, genauer gesagt der körpereigenen Abwehr, auf bestimmte auslösende Stoffe, die man Allergene nennt. Beim Heuschnupfen sind es eben die Blütenpollen, die vom Frühjahr bis zum Spätsommer in unvorstellbar großen Mengen unsere Atemluft durchsetzen. Da schon 20 Blütenpollen pro Tag Heuschnupfen-Beschwerden auslösen können, ist es gut verständlich, dass Heuschnupfen-Betroffene ihrem Schicksal kaum ausweichen können.
Aber auch andere Stoffe wie zum Beispiel Schimmelpilze, Haus- und Mehlstaub, Tierhaare, Bettfedern, Reinigungsmittel und Kosmetika können heuschnupfenähnliche Krankheitsbilder verursachen. Bezogen auf den Heuschnupfen hat die Wissenschaft diejenigen Pollenarten erkannt und beschrieben, die am häufigsten zu Empfindlichkeiten („Sensibilisierungen“) führen. Dabei ist es sehr unterschiedlich, auf welche und wie viele Pollenarten der einzelne reagiert.
Wie entwickelt sich der Heuschnupfen?
Auslösendes Moment ist der feine Blütenstaub, der durch den Wind über weite Strecken in Stadt und Land verteilt wird. Dieser Staub setzt sich, ohne dass wir es merken, auf der Bindehaut der Augen und der Schleimhaut der Nase nieder. Beim gesunden Menschen ist das unproblematisch, denn der Blütenstaub wird durch die Tränenflüssigkeit ausgespült oder mit dem normalen Nasensekret ausgeschnäuzt.
Der Allergiker jedoch entwickelt im Körper überschüssige, von der Norm abweichende Abwehrstoffe (Immunglobuline), auch Antikörper genannt, die sich mit den Antigenen, hier also den Pollen, verbinden, und bestimmte Zellen in der Schleimhaut zur Heuschnupfen-Reaktion veranlassen. Diese Zellen, die der Mediziner Mastzellen nennt, setzen einen körpereigenen Stoff frei, das Histamin, welches nun über komplizierte körpereigene Mechanismen die Beschwerden auslöst. Histamin kommt auch z.B. in der Brennnessel, dem Mücken- und Bienengift vor. Jedermann weiß, wie unangenehm der Kontakt mit diesen Stoffen ist, d.h., während der Pollenflugsaison besteht ständig eine erhöhte Allergiegefahr, gegen die sich der Allergiker durch eine geeignete Vorsorgemaßnahme schützen kann. Der Heuschnupfen besteht so lange, wie der Betroffene den auslösenden Pollen ausgesetzt ist.
Heuschnupfen oder Schnupfen?
Heuschnupfen wird durch den Pollenflug ausgelöst und kommt daher in den wärmeren Jahreszeiten vor. Erste Pollen fliegen jedoch bereits ab Januar (Erle und Hasel). Anfang April, zur Blütezeit, ist Hauptsaison, die sich bis in den August erstreckt. Im September und Oktober klingt die Pollenflugsaison allmählich aus. Immer während dieser Zeit, vor allem aber während der Pollenhauptflugzeit von März bis August, sollten Sie bei einem Schnupfen auch an die Möglichkeit eines Heuschnupfens denken. Schnupfen tritt häufiger in der nasskalten Jahreszeit auf.
Oft sind Kinder betroffen. Anfänglich unterscheidet sich der Heuschnupfen in seinem Beschwerdebild kaum von einem Schnupfen. Vor allem bei Kindern, die selbst die Symptome des Heuschnupfens noch nicht erkennen, sollte die Pollenallergie als Ursache für den Schnupfen in Betracht gezogen werden. Im Zweifelsfall kann hier der Kinderarzt helfen.
Bei vielen Heuschnupfen-Patienten beginnen die Beschwerden auch an den Augen. Sie brennen und jucken, die Bindehäute röten sich, die Lider schwellen an, man wird besonders lichtempfindlich, Tränenfluss setzt ein und kann sich bis zur Unerträglichkeit steigern.
Wie behandelt man den Heuschnupfen?
Die Beschwerden sind oft so heftig, dass der Heuschnupfen-Patient nicht in der Lage ist, seiner gewohnten Tätigkeit nachzugehen. Er fühlt sich müde und abgeschlagen. Im Verlauf der Heuschnupfenperiode beobachtet man, dass die Beschwerden zu Anfang in den frühen Morgenstunden am stärksten ausgeprägt sind, über den Vormittag anhalten und sich in der zweiten Tageshälfte abschwächen. Die Erklärung ist einfach. In den frühen Morgenstunden, vor allem an warmen und trockenen Tagen, werden die Pollen in höchster Konzentration freigesetzt, die allergene Belastung steigt stark an. Nachts können sich Heuschnupfenkranke durch Schließen der Fenster etwas schützen. Gegen Ende der Heuschnupfensaison nimmt die tageszeitliche Abhängigkeit der Beschwerden ab, weil nach dauerhaftem Kontakt mit den Pollen die Schleimhäute schon auf geringste Pollenmengen heftig reagieren. Da jeder Organismus anders reagiert, ist auch die Ausprägung der einzelnen Symptome bei jedem verschieden.
Für die Behandlung des Heuschnupfens sind sehr unterschiedliche Präparategruppen entwickelt worden, deren Auswahl aber oft ärztlichen Sachverstand erfordert. Für viele Patienten wertvoll ist die Hyposensibilisierung. Hier werden in der pollenfreien Zeit die vorher durch einen Test ermittelten auslösenden Allergene in starken Verdünnungen unter die Haut gespritzt. Diese Spritzen-Kur muss über mehrere Wochen wiederholt und im nächsten und übernächsten Jahr fortgesetzt werden. Dadurch gewöhnt sich der Körper praktisch an die Pollen-Allergene, die Heuschnupfen-Symptomatik bleibt aus oder vermindert sich. Oft ist aber eine begleitende Behandlung mit geeigneten Tropfen und Sprays während der Pollenflugzeit nötig.
Eine besonders wirkungsvolle und gutverträgliche Therapie ist die Anwendung von Cromoglicinsäure als Augentropfen und Nasenspray. Dieser Wirkstoff ist auch in Sprays enthalten, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Cromoglicinsäure wurde aus dem Naturstoff Khellin, einem Bestandteil des Bischofskrauts, entwickelt.
Daneben sind auch weitere, sofort wirkende Substanzen in Nasensprays und Augentropfen, wie Azelastin oder Levocabastin rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Vielfach hilft es auch, Tabletten mit Wirkstoffen wie Cetirizin (bei starkem Schnupfen in Kombination mit Pseudoephedrin) oder Loratadin einzunehmen. Die Symptome der Allergie gehen dann schneller weg.
Ihre Stein-Apotheke hilft Ihnen auf jeden Fall mit vielen Tipps zum Thema Heuschnupfen.







